So vergleichst du Ladegeschwindigkeiten unter Android
Praktische Methoden zum Vergleichen von Android-Ladegeschwindigkeiten mit Apps, USB-Leistungsmessern, integrierten Smartphone-Hinweisen und kontrollierten Tests.
Du schließt das Ladegerät am Bett an, und das Smartphone meldet Schnellladen. Beim Ladegerät auf dem Schreibtisch erscheint dieselbe Meldung. Mit dem einen erreichst du 80 %, bevor der Kaffee fertig ist, mit dem anderen nicht.
Die Anzeige reicht nicht. Du musst vergleichen, welche Leistung das Smartphone tatsächlich annimmt.
Warum zwei Ladegeräte so unterschiedlich wirken können
Die Ladegeschwindigkeit wird zwischen drei Beteiligten ausgehandelt: Ladegerät, Kabel und Smartphone. Das Ladegerät meldet, was es liefern kann. Das Kabel kann den Strom begrenzen. Das Smartphone entscheidet anhand des unterstützten Protokolls, des Akkustands, der Temperatur und seiner eigenen Laderegeln, was es anfordert.
Unterstützen Smartphone und Ladegerät USB Power Delivery mit 9 V/3 A, können sie sich auf ungefähr 27 W einigen. Liefert das Ladegerät nur einfaches USB mit 5 V/1 A, erhält dasselbe Smartphone 5 W. Auch ein besonders leistungsstarkes Netzteil kann nicht erzwingen, dass das Smartphone mehr anfordert.
Kabel sind wichtiger, als viele erwarten. Ein normales USB-C-Kabel mit 3 A reicht für viele Smartphones aus, schaltet aber nicht jeden Hochleistungsmodus frei. Proprietäre Systeme wie OnePlus SUPERVOOC, OPPO VOOC und einige Xiaomi-HyperCharge-Konfigurationen benötigen häufig das passende Ladegerät und Kabel. Ein beliebiges USB-C-Kabel lädt das Smartphone möglicherweise weiterhin, nur deutlich langsamer.
Die Temperatur ist die unsichtbare Variable. Hat das Smartphone gerade ein Spiel ausgeführt, Videos aufgenommen oder in der Sonne gelegen, kann es die Ladeleistung selbst mit deinem besten Ladegerät drosseln. Testest du ein heißes Gerät, erhältst du einen schlechten Vergleich.
Der schnelle App-Test
Für einen schnellen Vergleich kannst du eine App wie Ampere oder AccuBattery verwenden. Schließe Ladegerät A an, warte, bis sich der Messwert stabilisiert, und notiere Stromstärke und Spannung. Schließe danach Ladegerät B mit demselben Kabel an und wiederhole den Test.
Halte den Akkustand bei beiden Tests im selben Bereich. Zwischen 20 % und 50 % ist ein gutes Zeitfenster, weil die meisten Smartphones dort mit hoher Leistung laden. Ein Ladegerät bei 25 % und ein anderes bei 78 % zu testen, ist kein fairer Vergleich. Das zweite wirkt meist langsamer, weil das Smartphone die Leistung bereits reduziert.
App-Messwerte sind hilfreich, aber nicht perfekt. Sie zeigen die Werte auf der Akkuseite und nicht die exakte Leistung aus der Steckdose. Display, Prozessor, Funkmodule und Ladeelektronik beeinflussen die Anzeige. Deshalb eignet sich diese Methode gut, um deutliche Unterschiede zu erkennen, aber nicht, um eine genaue Wattzahl zu beweisen.
Der Test mit einem Leistungsmesser
Ein USB-C-Leistungsmesser liefert sauberere Ergebnisse. Schließe ihn zwischen Ladegerät und Kabel an und beobachte Spannung, Stromstärke und Leistung in Echtzeit. Geräte mit USB-PD-Decodierung können außerdem das ausgehandelte Profil anzeigen. Genau diese Information fehlt häufig.
Verwende für alle Netzteiltests dasselbe Kabel. Wenn du Kabel vergleichen möchtest, nimm ein einziges Netzteil und tausche nur das Kabel. Das klingt pingelig, ist aber der Unterschied zwischen einem Test und einer Vermutung.
Ein Messgerät erklärt auch seltsame Ergebnisse. Angenommen, ein 45-W-Ladegerät zeigt nur 15 W. Vielleicht unterstützt es zwar 45 W, aber nicht die Spannung oder den PPS-Bereich, den dein Smartphone bevorzugt. Vielleicht begrenzt das Kabel die Verbindung. Oder das Smartphone ist zu warm. Der Leistungsmesser behebt das Problem nicht, zeigt dir aber, wo du suchen solltest.
Hinweise direkt auf dem Smartphone
Einige Android-Smartphones geben nützliche Hinweise, ohne die genaue Wattzahl zu nennen.
Samsung-Smartphones zeigen je nach Ladegerät und Modell Meldungen wie Laden, Schnellladen, Super Schnellladen und Super Schnellladen 2.0. Bei aktuellen One-UI-Versionen findest du die Akku-Einstellungen unter Einstellungen > Akku. Samsung Members kann außerdem den Akkustatus sowie kabelgebundenes und induktives Laden diagnostizieren.
Pixel-Smartphones zeigen nach dem Anschließen in den Akku-Einstellungen die geschätzte Zeit bis zur vollständigen Ladung. Das ist kein Wattmessgerät, aber 1 Stunde 20 Minuten bis voll ist eindeutig etwas anderes als 3 Stunden.
Xiaomi- und OnePlus-Smartphones zeigen beim Schnellladen häufig eine markenspezifische Animation oder eine Leistungsangabe. Diese Animationen sind keine Laborinstrumente, helfen aber dabei zu erkennen, ob ein Ladegerät den schnellsten Modus auslöst und ein anderes nicht.
Ein fairer Vergleich über 30 Minuten
Für einen verlässlichen Vergleich gehst du so vor:
- Entlade das Smartphone vor jedem Test auf denselben Ausgangswert, idealerweise ungefähr 20 %.
- Lass das Smartphone einige Minuten abkühlen.
- Verwende dasselbe Kabel.
- Aktiviere den Flugmodus oder lass das Smartphone zumindest unbenutzt liegen.
- Lade 30 Minuten und notiere danach den Akkustand.
Wiederhole den Test mit dem nächsten Ladegerät ab demselben Ausgangswert. Das Ladegerät, das im gleichen Zeitraum mehr Prozentpunkte hinzufügt, ist für dieses Smartphone schneller.
Führe den Test nicht bis 100 % durch. Der letzte Abschnitt ist absichtlich langsamer und verdeckt den eigentlichen Unterschied zwischen Ladegeräten. Der Bereich von 20 % bis 80 % ist aussagekräftiger.
Kabelgebunden im Vergleich zu kabellos
Du kannst kabelgebundenes und kabelloses Laden auf dieselbe Weise vergleichen. Sei aber nicht überrascht, wenn kabellos verliert. Ältere Qi-Ladegeräte und viele Smartphone-Kombinationen liegen ungefähr zwischen 5 W und 15 W. Qi2 brachte magnetisches Laden mit 15 W, und inzwischen gibt es Qi2 25W. Smartphone und Ladegerät müssen den jeweiligen Standard unterstützen.
Für Geschwindigkeit bleibt USB-C per Kabel die sicherere Wahl. Kabelloses Laden punktet bei Komfort, Platzierung und geringerem Verschleiß am Anschluss. Es ist meist nicht der schnellste Weg, besonders wenn sich das Smartphone auf der Ladefläche erwärmt.
So hilft runcheck
runcheck enthält in Pro die Funktion Charger Comparison für den Ladegerätvergleich. Schließe ein Ladegerät an, gib ihm einen Namen, und die App zeichnet die Laderate während der Sitzung auf. Nachdem du mehrere Ladegeräte und Kabel getestet hast, kannst du die durchschnittlichen mAh pro Stunde und die Leistung in Watt nebeneinander vergleichen.
Das ist relevant, weil das beste Ladegerät nicht immer das größte ist. Eine kühle, gleichmäßige 25-W-Konfiguration kann nützlicher sein als ein Ladegerät, das zwei Minuten lang eine hohe Spitze erreicht und danach drosselt, weil das Smartphone warm wird.
Häufige Stolperfallen
Die Testreihenfolge spielt eine Rolle. Ein Smartphone lädt bei 25 % normalerweise schneller als dasselbe Gerät bei 75 %.
Ein 65-W-Ladegerät zwingt ein 25-W-Smartphone nicht dazu, 65 W aufzunehmen. Das Smartphone entscheidet.
Erreichen zwei Ladegeräte fast dasselbe Ergebnis, nutze dasjenige, das kühler bleibt. Wärme ist der Gegner, auch wenn die Ladezeit identisch aussieht.
Quellen
Mach aus den Symptomen ein klareres Bild vom Zustand deines Smartphones.
runcheck verknüpft Muster bei Akku, Wärme, Signal und Speicher, damit du erkennst, was dein Smartphone wirklich ausbremst.