Software und Updates

So prüfst du Android-Sicherheitspatches

Du möchtest ein gebrauchtes Smartphone kaufen, oder dein eigenes Gerät hat seit Monaten keine Update-Benachrichtigung mehr gezeigt. Prüfe zuerst nicht die Android-Version, sondern das Datum des Sicherheitsupdates.

Auf den meisten Android-Smartphones öffnest du in den Einstellungen die Seite mit den Geräteinformationen und suchst nach Android-Sicherheitsupdate oder Android-Sicherheitspatch-Ebene. Das Datum sieht zum Beispiel so aus: 2026-06-05.

Wo du das Patch-Datum findest

Auf Pixel-Smartphones steht es auf der Seite Android-Version. Dort siehst du die Plattformversion, das Android-Sicherheitsupdate, das Datum des Google Play-Systemupdates und die Build-Nummer zusammen.

Bei Samsung findest du das Datum unter Einstellungen > Telefoninfo > Softwareinformationen > Android-Sicherheitspatch-Ebene.

Auf Smartphones von Xiaomi, Redmi und POCO beginnst du auf der Hauptseite mit den Geräteinformationen. Manche Softwareversionen zeigen das Patch-Datum direkt an. Bei anderen steckt es hinter den Angaben zur Android-Version oder zu Xiaomi HyperOS.

OnePlus führt dieselben Informationen normalerweise unter Über das Gerät und anschließend in den Softwaredetails auf.

Hersteller verschieben Menüs regelmäßig. Wenn du das Feld nicht findest, nutze die Suche in den Einstellungen und gib Sicherheitspatch ein.

Was das Datum bedeutet

Google veröffentlicht jeden Monat ein Android Security Bulletin. Das Datum auf deinem Smartphone zeigt, welchen Patch-Stand der Hersteller nach eigener Angabe eingebaut hat.

Die meisten Bulletins verwenden zwei Ebenen. Ein Datum mit dem ersten Tag des Monats, zum Beispiel 2026-06-01, deckt die zentralen Android-Probleme dieses Bulletins ab. Ein Datum mit dem fünften Tag enthält diese Korrekturen sowie die dort aufgeführten Fehlerbehebungen für Anbieterkomponenten, Kernel und Hardware.

Laut Bulletin vom Juni 2026 enthalten Geräte mit Patch-Ebene 2026-06-05 oder neuer alle Korrekturen dieses Bulletins. Ein Smartphone mit dem Datum des ersten Tages hat die zentralen Fehlerbehebungen, möglicherweise aber nicht den vollständigen Satz für Anbieterkomponenten.

Android 17 erschien mit eigenen Security Release Notes. Geräte mit Android 17 und einer Patch-Ebene von 2026-07-01 oder neuer beheben die dort aufgeführten Probleme. Direkt nach einer neuen Android-Version kann das verwirrend aussehen, weil die Verteilung des Betriebssystems und der monatliche Bulletin-Zeitplan nicht immer sauber zusammenpassen.

Prüfe, ob ein Update verfügbar ist

Das aktuelle Datum zu finden ist der erste Schritt. Danach prüfst du, ob ein neueres Update bereitsteht.

Auf den meisten Smartphones öffnest du in den Einstellungen System > Softwareupdate und tippst auf die Schaltfläche zum Suchen nach Updates. Die genaue Bezeichnung kann je nach Hersteller abweichen.

Bei Samsung lautet der Pfad Einstellungen > Software-Update > Herunterladen und installieren.

Auf Pixel-Geräten öffnest du Einstellungen > System > Softwareupdates. Pixel-Smartphones melden normalerweise, wenn eine neue Version bereitsteht, eine manuelle Prüfung ist trotzdem sinnvoll.

Bei Xiaomi, Redmi und POCO öffnest du über die Geräteinformationen die Seite Xiaomi HyperOS oder Systemupdate. Die genaue Bezeichnung hängt vom Modell und vom Softwarezweig ab.

Nutze WLAN und lade das Smartphone vorher auf. Google empfiehlt mindestens 75 % Akkustand. Das klingt langweilig, ist aber vernünftig.

Prüfe auch Project Mainline

Android hat mit Project Mainline einen zweiten Updatekanal. In den Einstellungen erscheint er normalerweise als Datum des Google Play-Systemupdates. Damit aktualisiert Google einige Systemmodule über Google Play, statt auf eine vollständige Firmware des Geräteherstellers zu warten.

Auf vielen Geräten findest du den Eintrag unter Sicherheit und Datenschutz im Bereich System und Updates. Ein anderer häufiger Weg führt über Android-Version und anschließend zum Google Play-Systemupdate.

Dieses Datum ist vom normalen Android-Sicherheitsupdate getrennt. Beide sollten einigermaßen aktuell sein.

Mainline-Updates sind nützlich, vor allem auf Android 10 und neuer, ersetzen aber keine Hersteller-Patches. Sie können nicht jede Schwachstelle im Kernel, in Treibern, im Modem oder in herstellerspezifischen Komponenten schließen.

Wie aktuell sollte der Patch sein?

Ein Smartphone mit einem Patch aus den vergangenen zwei Monaten ist gut aufgestellt. Drei oder vier Monate Rückstand sind nicht ideal, kommen bei langsameren Updateplänen aber häufig vor. Sechs Monate verdienen Aufmerksamkeit, besonders wenn du das Gerät für Banking, Arbeit, Reisen oder Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzt.

Ein Jahr Rückstand ist etwas anderes. Das Smartphone hat dann viele öffentliche Bulletins verpasst, von denen einige kritische oder bereits ausgenutzte Schwachstellen enthalten können. Die Frage lautet zu diesem Zeitpunkt nicht mehr: „Kann das Smartphone noch starten?“ Natürlich kann es das. Die Frage ist, ob darauf noch sensible Daten liegen sollten.

Pixel-Smartphones erhalten Patches normalerweise zuerst. Samsung-Flaggschiffe mit monatlichem Updateplan folgen oft schnell, wobei Region und Mobilfunkanbieter den Zeitpunkt beeinflussen können. Andere Hersteller liefern je nach Modell monatlich, vierteljährlich oder unregelmäßig, besonders bei günstigen Geräten.

Wenn kein Update verfügbar ist

Das Gerät könnte das Ende seines Supports erreicht haben. Prüfe auf der offiziellen Supportseite oder Sicherheitsupdate-Liste des Herstellers das genaue Modell.

Möglicherweise hält der Mobilfunkanbieter die Version noch zurück. Smartphones, die über einen Anbieter verkauft wurden, erhalten Updates manchmal später als frei verkaufte Geräte, weil der Anbieter die Firmware erst testet und freigibt.

Vielleicht ist die Verteilung in deiner Region noch nicht angelaufen. Android-Updates werden häufig stufenweise verteilt, sodass ein Land einen Patch Tage oder Wochen vor einem anderen erhält.

Oder das Smartphone hat bereits seinen letzten Patch bekommen. Bei älteren günstigen Geräten ist das üblich.

Häufige Fragen

Sind Sicherheitspatches dasselbe wie Android-Versionsupdates?

Nein. Ein Sicherheitspatch schließt Schwachstellen. Ein großes Android-Versionsupdate, etwa von Android 16 auf Android 17, verändert die Plattform, APIs, das Verhalten und oft auch die Benutzeroberfläche des Herstellers. Große Updates enthalten normalerweise ebenfalls Sicherheitskorrekturen, sind aber nicht dasselbe.

Kann ich Sicherheitspatches manuell installieren?

Nur in begrenzten Fällen. Auf Pixel-Geräten kannst du offizielle OTA-Dateien mit ADB per Sideloading installieren. Bei Samsung kannst du offizielle Firmware mit Odin flashen. Beide Verfahren erfordern die exakt passende Version für das Gerät und bergen Risiken, wenn du unachtsam vorgehst.

Für die meisten Menschen ist die normale Updateansicht der richtige Weg.

Mein Patch ist älter als ein Jahr. Ist das Smartphone unsicher?

Es ist nicht automatisch kompromittiert, aber das Risiko ist nicht mehr klein. Wenn es Banking-Apps, Arbeitskonten, private Dateien oder dein wichtigstes Google-Konto enthält, solltest du es ersetzen oder diese Konten auf ein unterstütztes Gerät verschieben. Bei einem Ersatzgerät für Medien ohne sensible Anmeldungen ist das Risiko geringer, aber installiere darauf keine zufälligen Apps per Sideloading.

Bekommen alle Smartphones Patches zur gleichen Zeit?

Nein. Google veröffentlicht das Android-Bulletin, doch jeder Hersteller und Mobilfunkanbieter entscheidet, wann die Updates das jeweilige Modell erreichen. Pixel erhält Android-Plattformversionen zuerst, Samsung und andere OEMs folgen nach ihren eigenen Zeitplänen, und günstigere Smartphones bekommen häufig weniger Updates.

Quellen

  1. Android Open Source Project: Android Security Bulletin overview
  2. Google Android Help: Check and update your Android version

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